Lasse Rosenfeld-Ksienzyk

Lasse Rosenfeld-Ksienzyk
Morgenillustration 625: Kenn die ja garnicht
Eine neue Umgebung, viele neue Gesichter. Da wird erstmal ein bisschen gefremdelt, zumindest bei mir. Es dauert dann ein wenig, bis sich mein metaphorisches Fell nicht mehr sträubt und bis ich mich in die Situation reingeben kann. Diese Katze kann das noch nicht, aber mit etwas Zeit zieht sie bestimmt auch ihre Krallen wieder ein.

Lasse Rosenfeld-Ksienzyk
Morgenillustration 229: Erholung
Eigentlich finde ich mein Bildmotiv meistens in Personen oder anderem lebendigen. Aber manchmal trifft eine Landschaft den Ton und das Gefühl, das ich ausdrücken möchte, einfach besser. Hier balanciert ein Felsen prekär auf einem anderen. Während ich damals ganz behutsam versucht habe, mich von einer anstrengenden Phase zu erholen.

Lasse Rosenfeld-Ksienzyk
Morgenillustration 611: Alles Gleichzeitig
Obwohl ich stark von den klaren Linien von Comics und Mangas inspiriert bin, verlangt eine chaotische Stimmung einen lockereren Strich. Ich finde es immer spannend, mich aus Winkeln einzufangen, die ich eigentlich nie zu Gesicht bekomme. So neutral mein Hinterkopf hier im Bild steht, so deutlich macht die Typo, was in diesem Kopf vorgeht.

Lasse Rosenfeld-Ksienzyk
Morgenillustration 555: Leiden
In der anderen Hand liegt noch der Hammer. Obwohl das Motiv ein schmerzvolles ist, blühen rund um den Holzbalken die Wildblumen. Ich weiß, dass es keine Freude gemacht hat, meine Hand so zu malen, aber mit etwas Abstand genieße ich die Ruhe, die das Bild für mich ausstrahlt sehr.

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Morgenillustration 633: Content
Ich Künstler*in mit vielen autobiografischen Arbeiten und einer Onlinepräsenz finde ich mich oft zwischen zwei Stühlen: Auf dem einen sitzt das Bedürfnis mich authentisch und frei zu zeigen und auf dem anderen sitzt ein Socialmedia-Manager, der sich fragt, ob der Text für Handybildschirme groß genug und ob das Thema zu diffus für die Tiktok-Aufmerksamkeitsspanne ist. Die Frage: „Ist mein Struggle relatable genug?“ sollte mich wirklich nicht so häufig beschäftigen, wie sie es tut.

Lasse Rosenfeld-Ksienzyk
Morgenillustration 627: Klarer Fall
Manche Leute sollen sich ja in Details verheddern und das große Ganze dabei etwas aus den Augen verlieren. Das muss wirklich ärgerlich sein, wenn mensch sich richtig in ein Detail reinfuchst, nur, um dann zu merken, dass das Gesamtbild überhaupt nicht stimmt. Mir passiert das zum Glück nie. Das wäre ja sehr frustrierend… (:
Ich bin ein*e Berliner Illustrator*in. Ich bin im Großstadtdschungel aufgewachsen, in Agenturen gestählt worden und in den Tiefen des Internets verloren gegangen.
In meinen Arbeiten beschäftige ich mich mit Körpern, Identität und Arbeit in Zeiten, in denen alles im digitalen Raum authentisch sein soll, aber wir uns einer künstlich erstellten Bilderflut gegenübersehen.
Mein Traum ist es, davon zu leben, kleine niedliche Tierchen und Gestalten zu malen, aber bis es so weit ist, schwinge ich weiter fröhliche meinen digitalen Pinsel in alle Richtungen.
Mein aktuelles Projekt, die Morgenillustrationen, sind in den letzten Jahren entstandene Illustrationen, die ursprünglich nur als privates Tagebuch gedacht waren. Es ist ein wenig seltsam, meine Ups und Downs so öffentlich auszubreiten, aber einige der Arbeiten sind einfach zu gut, um sie auf irgendeiner Festplatte vermodern zu lassen.
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