Hallo,
ich schreibe gerade an meinem Buch "Schluss mit Ausbeutung" und suche jemanden der ungefähr 100 Bilder für die Kapitel anfertigt. Am besten erst einmal 1-2 um zu schauen ob wir zusammen passen.
freundliche Grüße
Arne Ruppach
01714330688
Anbei das Kapitel "Das geschenkte Haus". Zielgruppe sind junge Erwachsene im alter von 16 bis 22. Es geht darum das das Bild emotional die Idee des Kapitels vermittelt und/oder einen Mehrwert zum Kapitel da stellt. Für die Kunstform bin ich offen, Preis nach Absprache 🙂
Das geschenkte Haus
Die Sonne stand warm über dem Anwesen der Überreichs, und die junge Lisa lag im frisch gemähten Gras, die Zehen wackelnd, als gäbe es nichts Leichteres auf der Welt. Neben ihr saß Jonas, der Sohn eines Arbeiters, der gerade im Haus ihres Vaters eine kaputte Leitung reparierte. Jonas saß immer ein bisschen zu gerade, ein bisschen zu höflich — Kinder, die gelernt haben, dass man in fremden Gärten nicht zu viel Platz einnehmen darf.
Lisa kaute auf einem Grashalm und lächelte verträumt in den Himmel.
„Weißt du, Jonas“, begann sie, „ich freue mich schon so auf mein Haus.“
Jonas blinzelte. „Auf dein Haus?“
„Na klar. Das ist so nett von deinem Papa, dass er mir eins schenken wird, wenn ich erwachsen bin.“
Jonas’ Gesicht wurde blass. „Mein… Papa schenkt dir ein Haus?“
Sie rollte sich auf die Seite, stützte den Kopf in die Hand und sah ihn an, als hätte er gerade gefragt, ob Blätter wirklich grün seien.
„Natürlich.“ Lisa nickte eifrig. „Er arbeitet doch für meinen Papa. Und Papa sagt, jeder Arbeiter schenkt irgendwann einem Überreichen ein Haus. Das gehört sich so. Das ist Tradition.“
Sie begann an ihren Fingern abzuzählen, als würde sie ein Reimspiel aufsagen.
„Also, dein Papa schenkt mir jeden Monat ungefähr 1000 €. Das nennt man Profit. Das ist das Geld, das übrig bleibt, nachdem er alles für die Firma getan hat. Das ist quasi der erste Teil meines Hauses.“
Jonas schluckte. „Tausend Euro? Jeden Monat?“
„Ja!“ Lisa strahlte. „Und dann wohnt ihr ja in einer Wohnung, die meinem Papa gehört. Und dafür zahlt ihr 400 € mehr, als sie eigentlich kostet. Das ist der zweite Teil meines Hauses. Papa sagt, das ist ganz normal. Das nennt man Miete.“
Jonas starrte sie an, als hätte sie gerade behauptet, sie könne mit Eichhörnchen sprechen.
„Und dann“, fuhr Lisa fort, „kauft ihr manchmal Sachen auf Zinsen. Das ist superpraktisch! Ihr bekommt die Sachen sofort, aber zahlt meinem Papa jeden Monat noch 100 € extra. Das ist der dritte Teil meines Hauses.“
Sie klatschte in die Hände, begeistert von ihrer eigenen Erklärung.
„Papa sagt, wenn man das alles zusammenrechnet, dann schenkt mir dein Papa in meinem Leben ein ganzes Haus. Vielleicht sogar zwei!“
Jonas’ Hände zitterten leicht. Er sah auf den Boden, als könnte er dort eine Antwort finden.
„Aber… wir bauen doch gar kein Haus“, flüsterte er.
„Nicht mit Hammer und Nägeln“, sagte Lisa geduldig, als wäre sie die Ältere von beiden. „Mit Geld. Mit Arbeit. Mit diesen… Profiten und Mieten und Zinsen. Papa sagt, das ist viel effizienter. Früher mussten Arbeiter richtige Häuser bauen. Heute machen sie das einfach mit Überweisungen.“
Sie pflückte eine Gänseblume und steckte sie sich ins Haar.
„Ich hoffe nur, dein Papa bleibt fleißig. Ich möchte gern ein großes Haus. Mit Garten. Und vielleicht einem Pool. Pools sind teuer, weißt du? Da braucht man viele Monate Profit.“
Jonas hob den Kopf. Seine Stimme war kaum hörbar.
„Und… was kriegen wir?“
Lisa runzelte kurz die Stirn, als hätte Jonas etwas Unhöfliches gefragt. Dann zuckte sie mit den Schultern.
„Na, ihr bekommt Arbeit. Das ist doch fair.“
Sie lächelte wieder. Ein unschuldiges, sonniges Kinderlächeln.
„Wenn du willst“, sagte sie fröhlich, „kannst du mich später mal besuchen. Aber nur, wenn du vorher klingelst. Es ist ja dann mein Haus.“
[Übung: Überschlage, wie viel Profit du durch Arbeit, Miete und Zinsen verschenkst.]